Dienstag, 03 Januar 2017 15:33

Fachtierarzt für Versuchstierkunde

Anlage 35 zu Teil B Nr. 35

I. Aufgabenbereich

Das Gebiet umfasst

  • Leitung, Überwachung oder Beratung von Anlagen und Einrichtungen zur Zucht und Haltung von Tieren, die für Tierversuche vorgesehen sind bzw. sich im oder nach dem Versuch befinden (Tierversuchsanlagen)
  • selbständige Durchführung von Tierversuchen
  • Beratung und Mitwirkung bei der Durchführung von Tierversuchen

II. Weiterbildungsstätten

Zur Weiterbildung auf dem Gebiet Versuchstierkunde nach § 5 Abs. 6 der Weiterbildungsordnung geeignete Einrichtungen:

1.   Institute für Versuchstierkunde und zentrale Versuchstieranlage tierärztlicher und medizinischer Bildungsstätten sowie der Deutschen Forschungsgemeinschaft

2.   Forschungsinstitute der Hochschulen, des Bundes, der Max-Planck-Gesellschaft und der Industrie mit zugehörigen tierexperimentellen Bereichen

3.   Andere Einrichtungen und Anlagen des In- und Auslandes mit einem vergleichbaren Arbeitsgebiet

III. Weiterbildungszeit

Weiterbildungsgang nach § 5 Abs. 6 der Weiterbildungsordnung                                              mindestens 4 Jahre

IV. Weiterbildungsgang

  1. Hauptberufliche tierärztliche Tätigkeit in einer unter II. genannten Einrichtung.

Ein Wechsel zwischen den Einrichtungen während der Weiterbildungszeit ist nach Anzeige bei der Kammer möglich.

  1. Teilnahme an fachspezifischen ATF- oder von der Kammer als gleichwertig anerkannten Fortbildungsstunden                                                                                                       mindestens 180 Stunden
  2. Vorlage einer Dissertation oder mindestens einer fachbezogenen wissenschaftlichen Publikation bzw. einer vom Veranstalter autorisierten Zusammenfassung eines fachbezogenen wissenschaftlichen Vortrages auf einer Fortbildungsveranstaltung gemäß Punkt IV/2. Auf § 5 Abs. 13 der Weiterbildungsordnung wird verwiesen.
  3. Teilnahme an einem durch die Kammer für das entsprechende Fachgebiet anerkannten und von der GV-SOLAS (Gesellschaft für Versuchstierkunde) zertifizierten Weiterbildungskurs zur Thematik Versuchstiere/Tierversuche.

Orientierende Kursdauer                                                                                                    50 Stunden

Weiterbildungsmodule anderer Weiterbildungsgänge können auf Antrag anerkannt werden.

  1. Anerkennung von Weiterbildungszeiten

Auf folgende Rechtsgrundlagen wird verwiesen:

  • § 30 des Thüringer Heilberufegesetzes

·         §§ 5, 13 und 13a der Weiterbildungsordnung der Landestierärztekammer Thüringen

  1. Erfüllen eines Leistungskataloges

Ein von der Kammer bestätigter, individuell erstellter oder übernommener Leistungskatalog ist zu erfüllen.

Die Leistungsnachweisblätter sind zu führen.

  1. Abweichungen vom Weiterbildungsgang

Abweichungen vom Weiterbildungsgang, die über die gewährten Möglichkeiten hinausgehen und mit dem Ziel der Weiterbildung und dem ThürHeilBG vereinbar sind, regelt auf speziellen Antrag die Kammer.

V. Wissensstoff

1.  Biologische Grundlagen zur Zucht, Haltung und Pflege der wichtigsten Versuchstierarten (Labortiere und domestizierte Tierarten, die in Tierversuchen eingesetzt werden):

  • Anatomie und Physiologie
  • Ernährung und Verhalten
  • Fortpflanzung, Zucht und Genetik

2.  Betreiben und Überwachung von Versuchtiereinrichtungen

  • Bau, Ausstattung, Betrieb und Organisation von Einrichtungen zur Zucht oder Haltung von Versuchstieren
  • Unterbringung, Umsetzung und innerbetrieblicher Transport von Versuchstieren
  • Hygiene und Kontrolle des Gesundheitsstatus in Versuchstierhaltungen
  • Diagnostik, Therapie und Prophylaxe spontaner sowie infektiöser und parasitärer Erkrankungen

3.  Umgang mit Versuchstieren und tierexperimentelle Techniken

  • Handling der wichtigsten Versuchstierarten
  • Applikationstechniken
  • Probeentnahme- und Blutentnahmetechniken
  • chirurgische Techniken, Organentnahmetechniken, Pathologie und Sektion
  • Immobilisation, Schmerzausschaltung, Anästhesie und Euthanasie

4.   Planung und Auswertung von Tierversuchsvorhaben

  • Abfassen von Tierversuchsanträgen und -anzeigen
  • biometrische Planung und Auswertung von Tierversuchen
  • Kenntnis einschlägiger Tiermodelle
  • Einschätzung des Schweregrades der Belastung im Tierversuch (Leidensbegrenzung und                 -verhütung)
  • Tierschutzethik
  • Alternativen zum Tierversuch, Ersatz- und Ergänzungsmethoden

5.  Kenntnisse tierschutzrechtlicher Grundlagen zu

  • Durchführung von Tierversuchen
  • Haltung von Versuchstieren
  • Transport von Versuchstieren
  • Töten von Versuchstieren

VI. Leistungskatalog

1.   Ein individuell erstellter Leistungskatalog ist im Rahmen der vorgeschriebenen Weiterbildungsvereinbarung zwischen dem sich Weiterbildenden und dem zur Weiterbildung Ermächtigten zu erstellen und bei der Kammer bestätigen zu lassen.

     Die individuell vorgegebenen Leistungen sind mit fortlaufenden Nummern zu versehen. Eine Vergabe von fachlich eng umschriebenen und eindeutig definierten Leistungskomplexen unter einer Leistungsnummer ist möglich.

2.   Ein fachspezifischer Leistungskatalog anderer Kammern in Deutschland kann auf Antrag bei der Kammer anerkannt werden.

VII. Nachweisblatt

Mit folgenden und von der Kammer zu erhaltenden Nachweisblättern sind die erbrachten Leistungen zu dokumentieren.

 

Datum

Leistungsnummer (bei Leistungskatalog) oder Leistungsbeschreibung

Ausführung

(A) Assistenz

(B) selbständig

 

Unterschrift

(Weiterbildungsermächtigter)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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