Donnerstag, 23 Januar 2020 20:27

Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft äußert sich zu neuem Vogelgrippevirus

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TMASGFF mit Neuem zur Geflügelgrippe

Das Thüringer Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie (TMASGFF), Referat 51 teilte am 21.01.2020 (51-2515/9) folgende Informationen zur hochpathogenen Vogelgrippe mit:

"Das BMEL hat mit einer Nachricht vom 19. Januar 2020 eine Information der FAO zur Ausbreitung der Geflügelpest in Europa übermittelt:

Insbesondere in Osteuropa ist ein Anstieg der hochpathogenen Vogelgrippe (HPAI) des Typs H5N8 zu verzeichnen. In diesem Jahr wurden mit Stand 19.01.2020 10 Ausbrüche in vier Länder gemeldet. Bislang waren Polen, die Slowakei, Ungarn und Rumänien betroffen, wobei der erste Ausbruch von Polen am 30. Dezember 2019 in einem Puten-Bestand gemeldet worden ist. Insgesamt sind bisher vor allem Hühner, Enten, Gänse, Perlhühner und Puten betroffen. In der Nähe von Lubelskie (Polen), hier erfolgte ein HPAI Nachweis in Geflügelbeständen, wurde zudem ein infizierter Wildfalke aufgefunden. Bis zum jetzigen Stand wurden keine durch H5N8-HPAI verursachten Erkrankungen beim Menschen berichtet. Nach bisherigen Informationen weisen die derzeitig nachgewiesenen H5N8-HPAI-Viren eine enge genetische Ähnlichkeit auf (99,8 bis 100 %) und eine Verwandtschaft mit den 2018-2019 in Afrika nachgewiesenen H5N8-Viren der Klasse 2.3.4.4b.

Die epidemiologischen Informationen und das Muster der jüngsten H5N8-HPAI-Ausbrüche deuten darauf hin, dass Wildvögel bei der Verbreitung des Virus in Osteuropa eine Rolle spielen. Die Epidemiologie des Ausbruches in der Slowakei, hier war eine Hinterhofhaltung ohne Verbindung zu einem gewerblich betriebenem Geflügelbestand betroffen, stützt diese Hypothese. Außergewöhnlich milde Temperaturen in Osteuropa im November und Dezember 2019 mit nur wenig Schneefall haben möglicherweise dazu geführt, dass Wildvögel nicht wie üblich Richtung Afrika über das Mittelmeerbecken gezogen sind.

Grundsätzlich ist die Gefahr eines Ausbruchs von H5N8 HPAI in den Europäischen Ländern, insbesondere bei Nähe zu den bisherigen Ausbruchsorten und bei einer Lage in niedrigen Breitengraden, erhöht, abhängig auch von den Bewegungen von Wildvögeln.

Als weiterer wichtiger Risikofaktor für die Ausbreitung der Geflügelpest ist nach wie vor der Geflügelhandel zu beachten. Hier sind strikt die rechtlichen Rahmenbedingungen und Vorgaben in Bezug auf die Untersuchung der Geflügelbestände und die Kontrolle des Geflügelhandels einzuhalten und zu kontrollieren.

Gestern informierte Brandenburg über den Nachweis HPAI-H5N8 vom 19.01.2020 bei einer tot aufgefundenen Blässgans.

In Thüringen ist noch kein Fall von Geflügelpest aufgetreten, auch gibt es bis jetzt noch keine Hinweise auf ein vermehrtes Sterben von Wildvögeln.

Aufgrund des erhöhten Risikos der Einschleppung von Geflügelpest bitten wir um eine erhöhte Aufmerksamkeit und um Umsetzung der Vorgaben der Geflügelpestverordnung. Die Geflügelhalter mit mehr als 1.000 Stück Geflügel sind auf die Überprüfung der Biosicherheitsmaßnahmen und zur Gesundheitsüberwachung der Geflügelbestände hinzuweisen. Es ist zu empfehlen, die Maßnahmen auch bei kleineren Geflügelhaltungen anzuwenden. Weiterhin bedarf es einer verstärkten Kontrolle der Vorgaben im Geflügelhandel und bei Geflügelmärkten und Ausstellungen.

Tot aufgefundene Wildvögel sind zu melden und zur Untersuchung an das TLV einzusenden."

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