Mittwoch, 23 Oktober 2019 18:32

TMASGFF empfiehlt prophylaktische Impfung von Pferden gegen West-Nil-Virus

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Nach West-Nil-Virus-Infektion eines Thüringer Pferdes: Thüringer Ministerium für Arbeit, Gesundheit, Frauen und Familie gibt Medieninformation

Diese Meldung des TMAGFF vom 14.10.2019 finden Sie auch unter https://www.tmasgff.de/medienservice/artikel/west-nil-virus-bei-pferd-in-thueringen

 

Bei einem erkrankten Pferd im Unstrut-Hainich-Kreis in Thüringen wurde erstmals eine Infektion mit dem West-Nil-Virus festgestellt. Betroffen ist nach Angaben des Landratsamtes ein Bestand in der Nähe von Bad Langensalza. 

Das West-Nil-Virus wird durch blutsaugende Stechmücken übertragen. Vögel stellen das eigentliche Virusreservoir dar. Es erkranken insbesondere Sperlings-, Raben- und Greifvögel, bei anderen Wildvögeln verläuft die Infektion meist symptomlos. Die Übertragung auf Pferde oder Menschen ist eher selten. Auch gelten sowohl Pferde als auch Menschen als sogenannte „Fehlwirte“. Das heißt, das Virus vermehrt sich nicht so stark, dass sich Stechmücken beim Blut saugen von Pferd oder Mensch erneut infizieren könnten. Daher geht von Pferden oder Menschen keine Ansteckungsgefahr aus.

Die Mehrzahl der infizierten Pferde entwickeln, ähnlich dem Menschen, keine klinischen Symptome. Es kann aber bei einigen Pferden zu deutlichen zentralnervösen Störungen aufgrund von Hirn- und Hirnhautentzündungen kommen. Hierzu zählen Stolpern, Nachhandlähmungen, Bewegungsstörungen, allgemeine Schwäche, Muskelzittern und Lähmungen bis hin zum Festliegen der Tiere. Es werden auch Appetitlosigkeit, die Unfähigkeit zu schlucken, Schwierigkeiten beim Aufstehen und Krämpfe beschrieben.

Das TMASGFF empfiehlt daher allen Haltern von Pferden, die Pferde prophylaktisch gegen eine WNV-Infektion zu impfen. In nachweislich infizierten Gebieten (momentan das Gebiet rund um Bad Langensalza) kann eine Insektenschutz-Behandlung der Pferde, die nächtliche Aufstallung als Schutz vor Stechmücken sowie eine Beseitigung von Mückenbrutstätten (Wasserstellen) sinnvoll sein.

Infizieren sich Menschen, kann es zu grippeähnliche Symptomen kommen. Dazu zählen unter anderem Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerzen oder auch Hautausschlag, Normalerweise dauert die Erkrankung eine Woche. In seltenen Fällen können ähnlich wie bei einer normalen Grippe auch schwere Krankheitsverläufe auftreten. Insbesondere Menschen aus der betroffenen Region sollten bei Verdacht einen Arzt konsultieren. Da es für Menschen noch keinen Impfstoff gibt, wird dazu geraten, ausreichend Mückenschutz aufzutragen, insbesondere bei der Gartenarbeit. Auch der Insektenschutz in Fenstern sollte noch verbleiben, da sich in den kühler werdenden Nächten Mücken gern in warme Räume im Haus zurückziehen.

Hintergrund:

Das West-Nil-Virus stammt ursprünglich aus Afrika, kommt weltweit auf allen Kontinenten vor. In Europa hat sich das WNV seit Anfang der 1960er Jahre im gesamten Mittelmeerraum etabliert. In Deutschland wurde das Virus erstmals 2018 bei einem Wildvogel nachgewiesen. Von Juli bis September dieses Jahres ist eine weitere Ausbreitung des WNV durch Infektionen bei Pferden und erhöhte Fallzahlen bei Vögeln insbesondere in den Bundesländern Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Sachsen zu verzeichnen.

Weitere Informationen finden Sie auch auf den Homepages des Friedrich-Loeffler-Institutes (FLI) zum Vorkommen von WNV bei Tieren unter www.fli.de/de/aktuelles/tierseuchengeschehen/west-nil-virus sowie des Robert-Koch-Institutes (RKI) unter www.rki.de/westnilfieber.

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