Sonntag, 26 Februar 2017 15:46

Zusatzbezeichnung Biologische Tiermedizin

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Anlage 3 zu Teil C Nr. 3

I. Definition der Zusatzbezeichnung

Die biologische Tiermedizin umfasst sämtliche Diagnose- und Therapieverfahren arzneilicher und nichtarzneilicher Methoden mit Mitteln natürlicher Herkunft mit Ausnahme von Homöopathie und Akupunktur. Hierzu gehören folgende Teilbereiche:

1. die Organotherapie mit

a)   Frischzellentherapie

Bei der Frischzellentherapie dienen Frischzellen und Frischzellenpräparate in Form von Injektionsplantationen fetaler oder juveniler Zell- oder Gewebssuspensionen zum Zwecke der Regeneration, Reparation und Immunstimulation.

b)  Organextrakttherapie

Die Organextrakttherapie (z. B. aus Thymus) ist eine Arzneimitteltherapie mit Organ- oder Gewebeextrakten i. d. R. mit niedrig molekularen Organlysaten, Filtraten, Ultrafiltraten und anderen Aufbereitungen aus Organen von gesunden, kontrollierten und speziellen Spendertieren. Sie dient dazu, geschädigte Stoffwechselmechanismen kausal und immunologische Dysbalancen zu beeinflussen und bei degenerativen Erkrankungen substituierend zu wirken.

c)   Zytoplasmatische Therapie

Die zytoplasmatische Therapie ist eine Arzneimitteltherapie mit nach dem Molekulargewicht standardisierten makromolekularen Organlysaten aus gesunden, tierischen Organen nach einem speziellen Herstellungsverfahren unter Säure-Dampf-Vacuum-Hydrolyse. Sie dient dazu, geschädigte Stoffwechselmechanismen wieder zu normalisieren, Selbstheilungsvorgänge bzw. Repairmechanismen kausal zu induzieren und bei degenerativen Erkrankungen substituierend zu wirken.

2.    Homotoxikologie

Die Homotoxikologie ist eine mit unterschwelligen oder geringfügig überschwelligen Reizen arbeitende Stimulations- bzw. Regulationstherapie mit einem im Arzneiversuch an Gesunden, aus Toxikologie und Tierversuch erkannten Wirkungsbild der Arzneimittel sowie Dosierung in abgestuften Verdünnungen.

3.    Neuraltherapie

Die Neuraltherpie ist eine Regulationstherapie, bei der insbesondere chronische Erkrankungsformen behandelt werden. Dazu setzt sie in erster Linie Lokalanästhetika mit bestimmten Techniken ein.

4.    Phytotherapie

Bei der Phytotherapie handelt es sich um eine medikamentöse Heilart mit Arzneimitteln, die aus Extrakten von Pflanzen oder Teilen von Pflanzen (nach dem Deutschen Arzneibuch) hergestellt werden.

5.      Biophysikalische Therapie

Im Gegensatz zur physikalischen Medizin (Thermo-, Hydro-, Bewegungs- und Massagetherapie) lassen sich zu den biophysikalischen Therapieformen Verfahren rechnen, deren Agentien physikalisch-technisch oder chemisch-physikalisch hergestellt werden. Für die Tiermedizin sind derzeit energetische Therapieformen, wie Laser- und Magnetfeldanwendungen, und von den verschiedenen Formen der Sauerstofftherapie lediglich die Ozon-Sauerstoff-Therapie relevant.

a)  Ozon-Sauerstoff-Therapie

Ozon-Sauerstoff-Gemische sind in der Medizin sowohl in gasförmiger als auch in gelöster Form in Gebrauch. Die systematische Anwendung dient zur Durchblutungsförderung, die lokale Anwendung zur Säuberung und Desinfektion von Körperhöhlen, Geweben und Wunden sowie zur Förderung der Wundheilung.

b)  Laser- und Magnetfeld-Therapie

Unter Laser- und Magnetfeld-Therapie versteht man die medizinisch therapeutische Nutzung des physikalischen Strahlen- und Wellenspektrums (Photonen und Elektro-magnetische Felder). Dazu zählen im weitesten Sinne inhärentes und kohärentes Licht (Infrarot-, UV-, Laser-, Röntgen usw.) und sämtliche Formen des Magnetismus und Elektromagnetismus. Hiermit wird eine lokale bzw. regionale Stimulation und Aktivierung von Haut und Geweben erreicht.

II. Aufgabenbereich

Der Bereich umfasst die Erkennung und methodengerechte Behandlung von Erkrankungen und Störungen bei Tieren.

II. Weiterbildungszeit                                                                                                                     2 Jahre

IV. Weiterbildungsgang

  1. Innerhalb von mindestens zwei und höchstens vier Jahren ist der Nachweis über die Teilnahme an für die entsprechende Zusatzbezeichnung durchgeführten Kursen mit mindestens 120 ATF-anerkannten Stunden zu erbringen, wobei pro Zusatzbezeichnung bis zu 30 Stunden humanmedizinische Kurse anerkannt werden können.
  2. Der Antragsteller hat den Nachweis zu erbringen, dass er sich über einen Zeitraum von mindestens zwei Jahren in eigener Praxis oder in der Praxis eines mit Naturheilverfahren erfahrenen Tierarztes mit der Thematik beschäftigt hat.
  3. Vorlage von fünf schriftlich dargelegten Falldokumentationen.

 

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