Montag, 19 Dezember 2016 10:41

Fachtierarzt für Kleine Wiederkäuer

Anlage 14 zu Teil B Nr. 14

I. Aufgabenbereich

Das Gebiet umfasst:

  1. Erkennung, Behandlung und Vorbeugung von Erkrankungen der kleinen Wiederkäuer bei Einzeltieren und in Beständen
  2. Beratung zu Haltung, Fütterung, Zucht und Management bei Einzeltieren und in Beständen mit kleinen Wiederkäuern
  3. Beratung und gutachterliche Stellungnahme aus tierärztlicher Sicht zu allen im Zusammenhang mit kleinen Wiederkäuern stehenden Bereichen

II. Weiterbildungszeit

III.A.1.                                                                                                                                            4 Jahre

III.A.2.                                                                                                                                            5 Jahre

 

Bis 50 v. H. der Weiterbildungszeit können angerechnet werden:

- Tätigkeiten als Fachtierarzt für Rinder                                                                                        18 Monate

- Tätigkeiten als Fachtierarzt für Tierärztliche Allgemeinpraxis                                                        12 Monate

- Tätigkeiten als Tierarzt mit der Zusatzbezeichnung Tiergesundheits- und

  Tierseuchenmanagement                                                                                                           6 Monate

III. Weiterbildungsgang

A.1.

Tätigkeit in mit dem Aufgabengebiet befassten

- Kliniken oder Instituten der tierärztlichen Bildungsstätten und/oder

- Tierärztlichen Kliniken/Praxen von Fachtierärzten für kleine Wiederkäuer und/oder

- Tiergesundheitsdiensten und/oder

- Landesuntersuchungsanstalten sowie tierärztlichen Untersuchungseinrichtungen

A.2.

1.   Die Weiterbildung erfolgt in eigener Niederlassung bei Betreuung eines entsprechend umfangreichen Bestandes an kleinen Wiederkäuern.

2.   Erfüllung des Leistungskataloges

3.   Tätigkeiten für mindestens drei Monate in mindestens drei der unter A.1. genannten Weiterbildungsstätten. Es können auch Nachweise über eine wiederholte, für mindestens fünf Arbeitstage zusammenhängende Tätigkeit in der gleichen Weiterbildungsstätte anerkannt werden.

Vor Beginn der Weiterbildung hat der Kandidat/die Kandidatin sein/ihr Vorhaben der Kammer zur Kenntnis zu geben. Unter Mitwirkung der Kammer ist mit einem zur Weiterbildung Befugten eine Vereinbarung zur Realisierung der Weiterbildungsmaßnahmen gemäß A.2.2. abzuschließen.

B.

Besuch von Weiterbildungskursen an tierärztlichen Ausbildungsstätten oder anderen geeigneten Einrichtungen. Die Kurse müssen von der Kammer anerkannt sein und mindestens 60 Stunden umfassen.

C.

Besuch von ATF-anerkannten Fortbildungsveranstaltungen oder gleichwertigen Fachkongressen oder Fortbildungskursen auf dem Fachgebiet mit insgesamt 60 Stunden.

D.

Vorlage der Dissertation und einer fachbezogenen wissenschaftlichen Veröffentlichung oder von zwei fachbezogenen wissenschaftlichen Publikationen gemäß § 5 Abs. 13

IV. Wissensstoff

1.     Diagnose, Therapie und Prophylaxe von Krankheiten der kleinen Wiederkäuer insbesondere von Infektionskrankheiten, parasitären (einschl. Protozoen-) Krankheiten, Organkrankheiten, Stoffwechselstörungen, Mangelkrankheiten und Vergiftungen

2.     Operationen, zootechnische Maßnahmen, Schmerzausschaltung, Sedation

3.     Prophylaxe- und Behandlungspläne insbesondere Impf-, Entwurmungs- und Desinfektionsprogramme sowie Herdensanierungskonzepte

4.     Bestandsuntersuchung, epidemiologische Befunderhebung, Grundlagen der Biometrie und Epidemiologie sowie Befunddokumentation

5.     Betriebs- und marktwirtschaftliche Zusammenhänge, Herdenmanagement und EDV-Systeme, integrierte tierärztliche Bestandsbetreuung

6.     Fütterung der kleinen Wiederkäuer, Beurteilung von Zusammensetzung, Qualität und Quantität sowie der Verabreichungsform des Futters und des Trinkwassers

7.     Beurteilung von Stallklima, Stallbau, Stall- und Melkeinrichtungen, Melkhygiene, Weidebewirtschaftung einschließlich Weidehygiene, Hütetechnik

8.     Gynäkologie, instrumentelle Besamung, Geburtshilfe, Krankheiten der Neugeborenen, Andrologie, Euterkrankheiten

9.     Schaf- und Ziegenzucht, Rasse- und Hybridzucht, Reproduktionssteuerung, Erbpathologie, Zuchtorganisation

10.  Pathologische Anatomie der Schaf- und Ziegenkrankheiten

11.  Labordiagnostik, insbesondere parasitologische Untersuchungen sowie Beurteilung von Laborbefunden

12.  Lebensmittel-, fleisch- und milchhygienische Anforderungen bei der Erzeugung sowie der Be- und Verarbeitung von Fleisch und Milch von kleinen Wiederkäuern. Beurteilung der entsprechenden Qualitätssicherungsprogramme aus tierärztlicher Sicht.

13.  Kenntnisse zu Wolle und deren Qualitätssicherung

14.  Ethologie bei kleinen Wiederkäuern

15.  Relevante Rechtsvorschriften insbesondere des Lebensmittel-, Fleischhygiene-, Milchhygiene-, Arzneimittel-, Tierseuchen-, Tierschutz- und Umweltschutzrechts einschließlich mittelbar und unmittelbar geltendem EU-Recht

16.  Einschlägige Richtlinien und Tiergesundheitsprogramme

V. Weiterbildungsstätten

1.     Kliniken und Institute der tierärztlichen Bildungsstätten mit einschlägigem Aufgabengebiet

2.     Tierärztliche Praxen und Tierärztliche Kliniken mit einschlägigem Patientengut

3.     Tiergesundheitsdienste mit einschlägigem Aufgabengebiet

4.     Andere Einrichtungen des In- und Auslandes mit einem vergleichbaren Arbeitsgebiet

VI. Leistungskatalog

1.     Klinische Untersuchung kleiner Wiederkäuer einschließlich Probenentnahmen und Beurteilung von Laborbefunden                                                                                                     40 Fallberichte

2.     Prophylaxe, Diagnostik und Therapie von Krankheiten kleiner Wiederkäuer, Entwicklung und Umsetzung von Behandlungs- und Impfstrategien, Bekämpfungsprogramme von Tierseuchen und Parasitosen                                                                                                                                             1 Programm

3.     Beurteilung der Herdengesundheit, Erfassung, Dokumentation und Beurteilung von Leistungsparametern (Schwerpunkte: Pneumonie, Mastitis)                                                                          10 Beurteilungen

4.     Beurteilung der Haltungsbedingungen bei Stall- und Weidehaltung sowie des Stallklimas und aus Sicht der Ethologie und des Tierschutzes                                                                                 10 Beurteilungen

5.     Beurteilung von Fütterungs- und Tränktechnologien und der Rationsgestaltung, Durchführung von Fütterungsberatungen (Versorgung mit Energie, Protein, Mineralstoffen, Spurenelementen)                                                                                                                                               2 Rationsbeurteilungen

6.     Durchführung von Sedation, Anästhesie, Operationen, Geburtshilfen, Kastrationen             6 Fallberichte

7.     Mitwirkung bei der Sektion von kleinen Wiederkäuern                                             10 Sektionsberichte

8.     Teilnahme an einer Leistungsprüfung durch einen  Schaf- und Ziegenzuchtverband

9.     Durchführung der Schlachttier- und Fleischuntersuchung bei kleinen Wiederkäuern                     50 Tiere

 

Gelesen 4008 mal Letzte Änderung am Freitag, 10 März 2017 13:10